Das Archiv des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur sammelt schwerpunktmässig Nachlässe von Deutschschweizer Architektinnen und Architekten, von Architekturvermittlern und Architekturfotografen des 19. und 20. Jahrhunderts. Hervorgegangen aus dem sogenannten «Semper-Museum», das nach dem Tod Gottfried Sempers 1879 von seinen Schülern eingerichtet worden war, umfasst das 1967 gegründete gta Archiv heute gut 200 Nachlässe, das Archiv der Internationalen Kongresse für Neues Bauen (CIAM) und das Archiv des Bundes Schweizer Architekten (BSA), verschiedene Sammlungen mit Bild-, Ton- und Filmdokumenten sowie eine eigene, dem Nebis-Verbund angeschlossene Bibliothek.

Das gta Archiv ist ein national und international renommiertes Kompetenzzentrum, das zu einem Drittel von Forschenden aus dem Ausland besucht wird. Es versteht sich als Forschungsarchiv, das in verschiedener Form die kontinuierliche Aufarbeitung der eigenen Bestände fördert. Das gta Archiv unterstützt externe und institutsinterne Forschungs-, Ausstellungs- und Buchprojekte, betreut Doktorierende bei ihren Recherchen, ist Leihgeber für Ausstellungen und betreibt eigene Forschungsprojekte. Daneben spielen Projektpartnerschaften eine wichtige Rolle, in den letzten Jahren etwa zu Gottfried Semper, der ETH als Bauherrin und zur Architektengemeinschaft Haefeli Moser Steiger.

Die Akquisition konzentriert sich seit einigen Jahren auf die Protagonisten der Schweizer Architektur nach 1945. Unter anderen konnten die Archive von Ernst Gisel und Fritz Haller sowie die Nachlässe von Claude Schnaidt, Claude Paillard, Alfons Barth und Jacques Schader übernommen werden. Bedeutende Übernahmen stehen dem Archiv unmittelbar bevor, zum Beispiel das Archiv von Eduard Neuenschwander.

Neuere Sammlungsschwerpunkte liegen auf der Schweizer Landschaftsarchitektur und Raumplanung. Diese Bestände, die in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Stadt und Landschaft (NSL) akquiriert und betreut werden, befinden sich im NSL Archiv (gta), einer autonomen Einheit innerhalb des gta Archivs. Für das NSL Archiv (gta) gelten gesonderte Benutzungsregeln.

Die Erfassung der Nachlässe und die Erschliessung der Archivalien erfolgt in einer Archivdatenbank primär nach formal-sachlichen Kriterien, d.h. die Dokumente werden einzeln oder als Gesamtheit verzeichnet, um so die Zugänglichkeit und Auskunftserteilung anhand von globalen Bestandesangaben oder Detailinventarisierungen zu ermöglichen.


Benutzung


Das Archiv ist nur nach schriftlicher oder telefonischer Voranmeldung Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9.00–12.30 und 13.30-17.00 Uhr zugänglich. Sie erreichen uns via Benutzerformular. Für ausländische BenutzerInnen können gemäss Benutzungsordnung Sonderregelungen getroffen werden. Die Archivbenutzung kann auch auf schriftlichem Weg erfolgen. Archivalien werden grundsätzlich nur für Ausstellungen ausgeliehen. Leihanfragen müssen spätestens sechs Monate vor Beginn des Ausleihzeitraums im Archiv eingehen!

In der Rubrik Publikationen finden Sie eine Auswahl an neueren Büchern, Ausstellungskatalogen und Sammelbänden aus dem gta Verlag, in denen die Forschungsergebnisse intensiver Archivarbeit mit Beständen des gta Archivs veröffentlicht wurden. Weitere, vor allem ältere und nicht-selbständige Publikationen finden Sie direkt bei den Beständen aufgeführt.

Die Benutzung der Bestände aus den Bereichen Landschaftsarchitektur und Raumplanung, die sich im NSL Archiv (gta) befinden, ist gesondert geregelt und nur nach Absprache möglich. Bitte melden Sie sich frühzeitig via Benutzerformular an!

Im Monat August und in der ersten Januarhälfte ist das gesamte Archiv wegen Inventur geschlossen. Benutzungen sind in dieser Zeit grundsätzlich nicht möglich. Bitte planen Sie Ihre Forschung dementsprechend.


Archivbibliothek


Aus den einzelnen Nachlassbibliotheken und einer ursprünglichen Handbibliothek (Belegexemplare, Geschenke, Tausch), die inzwischen in ihrem Umfang über diese Bezeichnung weit hinausgewachsen ist, setzt sich die Archivbibliothek zusammen, die besondere, jedoch mit der allgemeinen Archivbenutzung teilweise gekoppelte Öffnungszeiten hat.

Download

Andreas Tönnesmann, Bruno Maurer, «Collecting Architecture Today and Tomorrow. 'Discursive Archives', based on the Example of the Archives of the Institute for History and Theory of Architecture at the ETH Zurich», in: icamprint, Nr. 3, 2009, S.70-75.
Bruno Maurer, Martina Schretzenmayr, «Das Archiv für Raumplanung und Landschaftsarchitektur», in: NSL-Newsletter, Nr. 7, September 2010 [www.nsl.ethz.ch/index.php/de/content/view/full/2070].
Claudia Hoffmann, «Das Architektur-Gedächtnis der ETH Zürich», in: ETH Life, 23.12.2010 [www.ethlife.ethz.ch/archive_articles/101223_gta_archiv_cho/index].