Führung, Bruno Maurer, Daniel Weiss, Gregor Harbusch
Datum : Dienstag, 6. Mai 2008 18.15-19.15
Ort : Treffpunkt: Campus Hönggerberg, Gebäude HIL, Architekturfoyer
 

Die diesjährige Abendführung des gta Archivs konzentriert sich auf einige prominente Auseinandersetzungen der jüngeren Architekturgeschichte, die innerhalb der Architektenschaft und zwischen Architekten, Bauherren und Verwaltungen geführt wurden. Die Ergebnisse dieser oft harten und langwierigen Konflikte prägen nicht zuletzt das Zürcher Stadtbild teils entscheidend. Die schwierigen Entstehungsprozesse, die politischen Auseinandersetzungen und die unrealisierten Alternativen bleiben dem alltäglichen Blick jedoch verborgen. Anhand von Archivalien – insbesondere Korrespondenzen, Planmaterial, Wettbewerbsunterlagen und Gutachten – können diese Aushandlungsprozesse nachvollzogen werden. Neben der rein fachlichen Ebene spielen dabei auch persönliche Animositäten, ideologische Lagerbildungen und der Kampf um die Deutungshoheit im öffentlichen Diskurs eine Rolle. Die Abendführung wird an Hand einiger exemplarischer Streitfälle der letzten 130 Jahre zeigen, warum ambitionierte Bauprojekte nie zur Realisierung kamen, weshalb Professoren ihre Stelle verloren und welche Schwierigkeiten progressive Architekten manchmal zu überwinden hatten, wenn sie ihre Ideen umsetzen wollten.

Das Archiv des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur sammelt schwerpunktmässig Nachlässe von Deutschschweizer Architektinnen und Architekten. Hervorgegangen aus dem so genannten Semper-Museum, das nach dem Tod Gottfried Sempers 1879 von seinen Schülern begründet wurde, umfasst das gta Archiv heute fast 200 Nachlässe, das Archiv der Internationalen Kongresse für Neues Bauen (CIAM), eine Film- und Modellsammlung und eine eigene Bibliothek. Das gta Archiv ist ein Forschungsarchiv von internationaler Relevanz. Es tritt als Leihgeber für Ausstellungen auf, ist Partner in diversen Forschungsprojekten und arbeitet, zusammen mit Doktoranden der ETH Zürich und in eigenen Forschungsprojekten, kontinuierlich die eigenen Bestände wissenschaftlich auf.